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Hat die Werkrealschule eine Zukunft?

Pressemitteilungen

Die von CDU und FDP im Landtag kürzlich beschlossene Änderung des Schulgesetzes bezüglich der Werkrealschule wird auch Auswirkungen auf die Mannheimer Schullandschaft haben. Die Stadtverwaltung plant Hauptschulen zu sogenannten Werkrealschulen weiterzuentwickeln und angesichts der sinkenden Schülerzahlen auch Schulstandorte zusammenzulegen oder zu schließen.

Die neuen Werkrealschulen bieten beides an, einen Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse und den Werkrealschulabschluss nach der 10. Klasse. Die SPD-Fraktion trägt diese Umwandlung zwar grundsätzlich mit, kritisiert jedoch das Gesamtkonzept der Werkrealschule, denn schon die gemeinsame Grundschulempfehlung für Haupt-/Werkrealschule macht deutlich, dass es sich beim Werkrealschulabschluss nicht um einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss handelt. Für die guten Hauptschülerinnen und Hauptschüler wird die Werkrealschule keine zusätzliche Perspektive bieten, denn sie können bereits heute über die zweijährige Berufsfachschule oder die bisherige Werkrealschule den mittleren Bildungsabschluss machen. Auch die geplante Zulassungsbeschränkung für den Übergang von der 9. zur 10. Klasse verspricht keine Verbesserungen für die Hauptschülerinnen und Hauptschüler.
In kaum einem anderen Industriestaat ist der Bildungserfolg so abhängig von der sozialen Herkunft, wie in Deutschland. Die frühe Trennung der Schülerinnen und Schüler im deutschen dreigliedrigen Schulsystem trägt entscheidend zu dieser Ungleichheit der Bildungschancen bei. Auch die Einführung der Werkrealschule wird an diesem Umstand nichts ändern.
Deshalb gilt es vor allem in einer Stadt wie Mannheim zukünftig neue Wege zu gehen.