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Stolzes Bekenntnis zum Parteibuch

Presseecho

Das ist schon eine Besonderheit: Mit 14 Jahren trat Karl Eisen der SPD bei. Das war vor genau 80 Jahren - eine eiserne Treue spiegelt sich hier wider. Deshalb erhielt Karl Eisen, neben zahlreichen weiteren Jubilaren, eine Medaille samt Urkunde beim Ehrungsnachmittag der SPD-Gartenstadt im Jugendhaus Waldpforte.

"Die SPD macht Geschichte sowie Traditionen und hohe Werte aus, die durch Menschen erlebbar werden", erklärte Ortsverein-Vorsitzender Roland Weiß. Im Rahmen der Feierlichkeit sprach die Gemeinderatskandidatin Lena Kamrad über "Perspektiven sozialdemokratischer Politik in Zeiten der Wirtschaftskrise". Auch SPD-Bundestagskandidat Stefan Rebmann trat auf und beglückwünschte die Jubilare.

Um den Sonntagnachmittag aufzulockern, bei dem es auch ein großes Büfett gab, griff Roswitha Hennze zur Gitarre und sang mit den Genossen Lieder wie "Sind so kleine Hände". Unterhaltsam war auch der Powerpoint-Vortrag von Daniela Hackmann (SPD) und Tina Volz (Kassiererin), die sich anhand von Jahreszahlen durch die Historie hangelten und diese Eckdaten, etwa die Einführung der Flensburger Verkehrssünderkartei oder die Erfindung des ersten Mobiltelefons, in zeitliche Verbindung mit dem Beitritt einzelner Jubilare setzten.
Plakate im Wahlkampf geklebt

Als Parteimitglied erlebt man so einiges. "Meine Eltern und Großeltern waren schon in der SPD", erinnerte sich Neumitglied Helga Ciaston. "Jetzt bin ich auch beigetreten. Zwar spät, aber man muss auch mal Farbe bekennen können." Fast auf den Tag genau 45 Jahre SPD-Mitglied ist Manfred Of. "Ich hab noch mal ins Parteibuch reingeschaut", erzählte Of. Fast genauso lang war der 64-Jährige Bezirksbeirat. Welche politischen Ziele konnte er in dieser Zeit umsetzen? "Die Neugestaltung des alten Waldhofs, der total umgekrempelt wurde, oder die Einführung der Riedbahn in den 80er Jahren." Albert Faissner trat vor 40 Jahren der Partei bei, weil er von Willy Brandt beeindruckt war. Folglich fühlte er sich den Sozialdemokraten zugehörig, klebte Plakate und betreute Informationsstände in Wahlkämpfen.

"Ich war früher Ortsvereinsvorsitzender in Feudenheim, noch heute bin ich in der Arbeiterwohlfahrt aktiv", berichtete Günther Hillenbrand über seine Ämter. Hillenbrand ist seit runden 50 Jahren in der SPD. Somit erlebte er hautnah, welche Spannungen in der Lokalpolitik - etwa zwischen den Stadtteilen Feudenheim und Vogelstang - entstehen können. "Da mussten wir mit rationalen Argumenten beschwichtigen", erklärte Hillenbrand zur Rivalität. cho

Mannheimer Morgen
15. Mai 2009